Laut ADAC müssen jährlich deutschlandweit etwa 90.000 Fahrzeugführer zur MPU. Gehen Sie unvorbereitet in die Gespräche, liegt die Durchfallquote bei über 80 Prozent. Die MPU besteht man nicht einfach so im „Vorbeigehen“. Entscheiden Sie sich aber für eine gründliche MPU-Vorbereitung, so liegt die Erfolgsquote bei über 90 Prozent.
Aber was ist die MPU und wie genau läuft sie ab?
Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) begutachtet grundsätzlich die Fahreignung des Antragstellers. Sie wird von einem erfahrenen Verkehrsmediziner und einem erfahrenen Verkehrspsychologen durchgeführt und setzt sich zusammen aus:

Einem Fragebogen – Dieser dient zur Vorbereitung auf Ihre Untersuchung. Es handelt es sich dabei um Fragen über Ihren beruflichen und privaten Werdegang und zu Ihrer Gesundheit. Je nach Begutachtungsstelle können hier auch schon Fragen zu Ihrem Konsum gestellt werden.

Einer medizinischen Untersuchung – Aufgrund der vorliegenden Auffälligkeit werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt und Befunde erstellt.

Einer Leistungsdiagnostik – Dabei werden am Computer die Reaktions- und Wahrnehmungsfähigkeit, die Reaktionsgeschwindigkeit und die Konzentrationsleistung sowie die Wahrnehmung von Verkehrssituationen getestet.

Einem psychologischen Gespräch – Dies ist der Hauptbestandteil der MPU. Im Dialog mit dem Gutachter können Sie Ihre Deliktgeschichte erläutern. Sie stellen dar, wie Sie sich mit Ihrem Fehlverhalten auseinandergesetzt haben, wie Sie eine stabile Veränderung entwickelt haben und wie Sie zukünftig Ihr Rückfallrisiko minimieren.
Am Ende beurteilt der Gutachter anhand der ihm vorgegebenen Begutachtungsleitlinien, ob der Antragsteller zukünftig wieder am Straßenverkehr teilnehmen kann. Insgesamt sollten Sie für diesen Tag bei der MPU in etwa drei bis vier Stunden Zeit einplanen. Ein Tipp: Nehmen Sie sich für diesen Tag ausreichend Zeit, um pünktlich und ohne Zeitdruck bei der Begutachtungsstelle erscheinen zu können. Ungefähr zwei Wochen nach der MPU bekommen Sie das Ergebnis zugestellt. Ein positives Gutachten geben Sie dann bei Ihrer zuständigen Fahrzeugbehörde ab und erhalten Ihre Fahrerlaubnis zurück.
Gründe für eine MPU

Alkohol
Einer der häufigsten Gründe für eine MPU ist Alkohol. Bereits nach zwei Auffälligkeiten mit über 0,5 Promille kann eine MPU auferlegt werden. Ebenso bei einer einmaligen Auffälligkeit mit 1,1 Promille, sofern ein Verdacht auf Missbrauch vorliegt. Ab 1,6 Promille muss definitiv eine MPU absolviert werden. Diese Grenze gilt auch für Verkehrsteilnehmer mit dem Fahrrad oder E-Scooter. In den meisten Fällen werden Abstinenznachweise gefordert.

Drogen
Drogen im Straßenverkehr sind der zweithäufigste Grund für eine MPU. Bei harten Drogen wird bereits bei einmaligem Konsum eine MPU angeordnet. Bei „weichen“ Drogen (Cannabis) gilt die Grenze von 1 ng/ml THC. Auch außerhalb des Straßenverkehrs kann bei Hinweisen über den Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) die MPU drohen. Darüber hinaus werden auch bei Drogenkonsum Abstinenznachweise gefordert.

Verkehrsauffälligkeiten
Wenn acht oder mehr Punkte im Straßenverkehrsregister in Flensburg gespeichert sind, wird eine MPU angeordnet. Aber auch wenn eine erhebliche Straftat oder wiederholte Straftaten begangen wurden. Dem zu Grunde liegt die wissenschaftliche Erkenntnis, dass zwischen Kriminalität und Verkehrsdelinquenz ein Zusammenhang besteht.
